Morgen starten wir in Richtung Günzburg, dahin. Nachdem wir in den Jahren der (faßt) direkten Nachbarschaft es nicht geschafft haben, da einmal reinzugehen, und nachdem wir es in Dänemark bewußt gelassen haben, den dortigen Park zu besuchen, nutzen wir morgen die Chance, das die Tochter einer Freundin dort arbeitet und sehr günstige Karten bereithält.
Wir dürfen nur gespannt sein, wie sich die Gesundheitszustände von Mutter und Sohn verhalten (Sohn zahnt und schnupft und weint viel, Mama hat Halsweh und elende Hustenattaken. Schon wieder. Aber man wird ja bescheiden, immerhin waren das beim Söhnchen 5 gesunde Tage und bei mir 3 faßt-gesunde. *heul*)
Meine Kindheit ist zweigeteilt. Die eine ist die ganz frühe und die andere ist die, die irgendwie wirklicher und kompletter in Erinnerung ist. Als Wendepunkt gibt es da einen Tag an dem ich heim gerufen wurde (von der Nachbarsfreundin), mein Koffer gepackt im Flur, mit meinem Teddy oben drauf. Mama und ich zogen aus, fürs Erste.
Und neulich kaufte der Mann eine CD, „Alan Parsons Projekt“ -sagte mir gar ja nichts. Bis zu diesem Lied:
Gehört eindeutig in die Kategorie „Frühe Kindheit“, und auf einmal sind da wieder ganz viele Bilder. Schwierig aber schön.
Bis jetzt wurde ich einmal komplett voll g´schbiebm und einmal angestuhlt. Das Sofa auch (kann man Gsd abziehen). Und der Badvorleger. Meine Wäschekammer gleicht einem Läuseangriff, riecht aber strenger. Den Mann hab ich mit der Großen zum Schwiegervater geschickt. Jetzt sitze ich mit dem erschöpften Bubi hier und der Wäscheberg wächst und stinkt. Oh Mann.
Irgendwann einmal, das Schnatterinchen war so ca. 2 1/2 bis 3 Jahre alt, saßen wir zusammen gemütlich am Frühstückstisch, die Sonne schien auf den Tisch, wir bestrichen unsere Semmeln, die Vöglein zwitscherten und die Katze schnurrte, als, ja als das liebreizende Töchterlein sein Zuckerschnütchen öffnete und laut und deutlich und aus heiterem Himmel sprach:
„Ich könnt kotzen!“
(Das viel mir gestern ein, paßt grad so gut zu meinem Befinden.)
(Der Mann und ich sahen uns damals nur kurz an und dann zur Decke. Ich meinte schließlich: „Immerhin kann sie jetzt das K echt gut!“ )
Jetzt laß ich seit 6 Monaten durchgehend alle sieben Bände „Harry Potter“ (ich weiß, dass geht auch schneller). Die einzelnen Charaktere wuchsen mir sehr ans Herz -hätte ich vorher nie gedacht- und es war irgendwann auf einmal mehr als lesen. Mehr so wie ein regelmäßiges Treffen mit guten Bekannten. Und nu is Schluß….. *ühüüüü*
(Ähnliches erlebte ich schon mal in Italien, als ich nichts mehr zu lesen im Haus hatte und mir den „Zauberberg“ griff. 8 Stunden Lesen am Stück lassen schnell eine Art Parallelwelt entstehen und einen richtig darin eintauchen.)
Ich hab nicht mal Lust mir irgendwas anderes zu suchen und habe ernsthaft schon überlegt wieder von vorne anzufangen.
Ich versuch hier grad krampfhaft, „me, myself and i“ (v.a. meinen Knallkopf) zu verdrängen und ein ganz normales Dasein als Zweifachmama und Angestellte zu führen. Und noch nicht an die Zukunft zu denken. Jetzt jedenfalls noch nicht.
Ein Kind hatte heute fünf Salzstängchen, drei Scho.kobons, ein Ha.nuta und 4 Mini-Stückchen eingelegte Gurkenstückchen dabei. So als Brotzeit für ein eineinhalb jähriges Kind doch optimal………….. Und so nahrhaft…… Ein anderes Kind hatte ne ganze Box Chips mit, aber auch noch ein richtiges Brot, da war ich schon etwas beruhigter.
Ansonsten wurde ein Kleiner die Treppe herunter gefallen und ein etwas größeres Mädel biss sich echt schlimm auf den Mundwinkel. Und meine Kollegin hat ein Reh angefahren. Ich bin heißer weil ich so laut reden mußte. Und meine Kinder werden immer kränker und mir wirds immer übler.
Beim Durchstöbern der (teilweise echt schlechten Handy-) Fotos fand ich: Urlaub am Idro-See in Italien.
Das Kind redete und redete und schaukelte und schaukelte. (Daran hat sich eigentlich nichts geändert.) War schön da und auch erholsam.
Genau zwei Jahre ist es her, dass wir diesen Urlaub in unbeschwerter Dreisamkeit erlebten, aber mir kommt es vor als wären es fünf (mindestens). Kaum waren wir wieder zuhause begann eine sehr schwere Zeit für uns alle, aber vor allem für den Mann. Und es ist immernoch schwer zurückzublicken, nicht zu weinen. Aber es wird, ja.
Wir lieben ja diese CDs wirklich sehr gern. Manchmal weiß ich nur nicht genau, ob vielleicht wir Eltern ein bisschen lieber lauschen. Die Geschichten sind mit einem so feinen Humor gespickt, der auch oder besonders Erwachsenen gefallen kann, nicht hektisch, laut oder so furchtbar pädagogisch korrekt.
(Und dann gibts in unserem Supermarkt gerade so Ü-Eier mit „Sandmännchens Freunden“ drin: Schnatterinchen und Pitti haben wir schon )
Die Beiden wohnen schon lange bei uns, gehen manchmal mit zum einkaufen oder werden geschaukelt, spielen mit dem Töchterlein Verstecken oder Fangen und Jonon war auch mit uns im Urlaub (Votto hatte sie vergessen). Und von Nichteingeweihten gibt es merkwürdige Blicke und Fragen wie: „Was ist denn das für ein Name? Wie heißt das Kind?“ wenn Schnatterle von den Beiden erzählt.
Für uns gehören die Beiden einfach schon dazu, aber manchmal frage ich mich, wie lange ich die Herren hier noch durchfütternbringen werde