Am Donnerstag war es soweit: ich war reif! Nach immensen Nierenschmerzen bat ich den Männe um 16 Uhr, mich im Krankenhaus abzusetzen. Ich weiß nicht was ich erwartete, ich hoffte und bangte, von den Ärzten nicht ausgelacht zu werden. Das Gegenteil war der Fall: von Verlust der Niere war die Rede, hochgradigem Stau und sofortigem Legen einer Harnleiterschiene. Damit hatte ich nicht gerechnet und war dementsprechend aufgelöst.
Kurzer Anruf zuhause mit der Bitte mir doch Wäsche, Lesestoff und Kulturbeutel vorbei zubringen. Dann zum Anästhesisten und der nächste Schock: Spinale. Ein Albtraum wird war! Zwei Geburten hatte ich hinter mich gebracht OHNE mir an der Wirbelsäule herumfuhrwerken lassen zu müssen. Eine Riesen-Angst kam auf als ich mir dieses schnieke Op-Hemdchen, Modell „Freiluftpupsen“ anzog (Trombosestrümpfe konnte ich mir ersparen, ich trug ja bereits meine Kompressionstrümpfe :-S). Ab diesem Zeitpunkt redete ich nicht mehr, nur noch „hm“ kam über meine Lippen.
Die Injektion war halb so schlimm (natürlich), das Gefühl keinen Unterleib mehr zu haben verursachte allerdings Schwindel und Übelkeit, in solchen Momenten geht die Phantasie mit mir durch. Eine Assistenzärztin textete mich zu und ich war aber irgendwann nur noch an dem Bildschirm neben mir interessiert. Darauf zu sehen meine Blase von innen und der Harnleiterausgang in den ein Schlauch geschoben wurde. Und die Wiederholung, denn die erste Schiene war zu kurz. Klar, ne.
Als die Ärzte begannen Pizza-Bestellungen abzugeben konnte ich auch mal wieder schmunzeln. Beim Umwuchten auf das Krankenhaus-Bett wieder der Schock: Das sollen meine Beine sein? Und dieses Ausgeliefert-sein, wie ein Käfer auf dem Rücken.
Ich wurde in den Aufwachraum geschoben (Hä-ich bin doch wach?), meinem Mann der meine Sachen brachte wurde währenddessen auf der Station gesagt ich liege auf Intensiv….. Der Arme! Langsam merkte ich meinen Bauch wieder (mein Poppes fühlte sich weiterhin an wie eine Wolldecke) und bald wurde ich von der wahnsinnig laut schnarchenden Frau Schmitt erlöst.
Im Zimmer lag ich nun immernoch einfach nur rum. Abwechslung nahte in Form von CTG. AAAAARGHHHH! Ich hasse das. Prompt zeichnete das Ding auch noch alle drei Minuten Wehen auf. Also schnell Wehenhemmer. Und Schmerzmittel. Den Katheder spürte und verfluchte ich mittlerweile auch sehr.
Der Mann rief an und war sehr erleichtert mich zu hören. Süß! Und die Niere spürte ich auch nicht mehr. Nach Monaten! Kaum zu fassen! Bewegen konnte ich mich ab Mitternacht. Leider war die Nacht fürchterlich, mit Krämpfen und Schmerzen an anderen Ecken und Enden, Wehen und gereizter Blase.
Endlich war die Nacht vorbei, Frühstück und Dusche, Blutabnahme und Antibiotika. Ein Ultraschall von der Mini-Motte wurde gemacht, die völlig unbeeindruckt das Ganze überstanden hatte, allerdings auch hier wieder Wehen durch zuviel Druck auf den Bauch. So geht das jetzt seit Tagen. Druck oder Anstrengung = Wehen. Nix geht mehr. Zur Abschlussuntersuchung beim Urologen musste ich im Rollstuhl. Der Ultraschall dort ergab ein normale Nierengröße! Für mich immernoch kaum zu glauben. Jedoch ist da eine 2cm große Zyste, die sich noch nie jemandem vorgestellt hatte. N´. Bissi blöd so.
Der Mann kam, die Ärztin, die mich aufgenommen hatte (und tollerweise etwas an Frau…äh…Mutti erinnerte) entließ mich und seit Freitag mittag bin ich zuhause und schone mich brav. Mehr kann ich auch nicht -außer vielleicht alle 20 Minuten aufs Klo rennen schleichen, weil die Blase durch die OP noch sehr gereizt ist und ich wegen jedem Pippifax Wehen bekomme.
Aber ich habe ja nen tollen Mann, der versucht den Laden zu schmeißen und eine Mama, die alles stehen und liegen lässt für ihre Familie. DANKE!