Ich habs nicht so mit Nagetieren. Allerdings erinnerten mich diese Zeilen von Frau Antonmann an eine Begegnung mit einem Karnickel der besonderen Art.
Es war Dezember kurz vor Weihnachten, ich gerade schwanger mit dem Moppi. Wir -Schnatterinchen und ich- fuhren auf der Bundesstraße Richtung Heimat und plötzlich dachte ich, ein Kaninchen am Straßenrand erkannt zu haben. Bei der übernächsten Gelegenheit wendete ich und hielt (an der Bundesstraße). Da saß das Vieh Tier, starr vor Angst. Und weil ich so toll blöd tierlieb bin, schnappte ich eine Decke aus dem Auto und versuchte das Tier mal eben einzufangen….. HAHA! Urplötzlich erwachte es zu neuem Tatendrang und sprang durch die Gegend, auf die Straße (natürlich stark befahren), hinter die Leitplanke, wieder zurück. Mindestens 20 Minuten lang. Ich immer hinterher, schwanger und wohl etwas grenzdebil. Ich habs nämlich nicht so mit Tieren, die so plötzliche, schnelle Bewegungen machen oder auch hüpfen können (Frösche – uhaaa!)
Aber die ganze Zeit dachte ich: Entweder wird das Tier jetzt hier überfahren oder ich fang es eben.
Naja- ich hab es gekriegt und in den Kofferraum geschmissen. Zuhause begrüßte ich den Mann mit: Ama! Ich hab uns einen Hasenbraten zum Fest besorgt!
Gegessen haben wir das Karnickel zwar nicht, damals waren wir noch Vegetarier, aber nach einiger Zeit konnte ich verstehen, weshalb das Kaninchen wohl ausgesetzt wurde. Es sprang uns an, fing an zu beissen und zu knurren, kaum hatten wir ihm ein schönes Heim eingerichtet. Nicht unbedingt Familiengeeignet. Es zog um, in eine Art privaten Streichelzoo, hatte Freunde und auch Feinde, die es munter anspringen konnte. Ein Hasenleben.
Seither halte ich noch größeren Abstand von diesen flauschi-weichen Kuscheltierchen.